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Gammed SA «Les Toises»

Psychiatrie neu gedacht

Wie kann man ein jahrhundertealtes Gewerbe neu aufziehen? Die Psychiaterin Franziska Gamma geht mit dem Zentrum Les Toises neue Wege in der Patientenbetreuung und ist noch effizienter als traditionelle Institutionen. Wie funktioniert das?

«Unser Erfolg basiert im Grunde auf drei Pfeilern: zufriedene Patienten, motivierte Mitarbeitende und eine effiziente Administration», stellt Franziska Gamma, Psychiaterin, Gründerin und Direktorin von Les Toises fest. Was auf den ersten Blick austauschbar wirkt, ist die Zusammenfassung eines äusserst innovativen Konzepts. Franziska Gamma erklärt: «Wer psychisch erkrankt und in einer Klinik anruft, hat bereits einen grossen Schritt getan. Wenn ihm dann aber erst in zwei Monaten ein Termin angeboten wird, wie das bei den meisten Institutionen der Fall ist, unterbricht dies den konstruktiven Prozess, der bereits begonnen hat.»

Deshalb erhalten die Patienten bei Les Toises innerhalb weniger Tage einen Termin bei jenem Fachspezialisten, der sich mit ihrem Problem oder ihrer Erkrankung am besten auskennt. Bei Bedarf zieht dieser weitere Experten hinzu, die ebenfalls unter dem Dach von Les Toises arbeiten.

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Eine ausgeklügelte IT

Jede Behandlung beginnt damit, dass der Patient mit einem Badge ausgestattet wird, mit dem er sich bei der Ankunft im Gebäude am Empfang meldet. Er kann sich damit aber auch anonym an einen Automaten wenden, wo er erfährt, in welchem Warteraum er Platz nehmen kann. Sein Therapeut erhält dann automatisch per SMS die Nachricht, dass sein Klient angekommen ist. «Der Badge ist einerseits sichtbares Zeichen dafür, wie differenziert auf die Patienten eingegangen wird, andererseits spiegelt er eine effiziente, straffe und digitalisierte Verwaltung, die im Hintergrund abläuft», sagt Franziska Gamma. Les Toises verfügt über ein kreatives IT-Team, das die administrativen Abläufe stetig verbessert und effizienter gestaltet. Dadurch ist der Anteil an Verwaltungspersonal sehr klein im Vergleich zur Anzahl Therapeuten, denen die Büroarbeit abgenommen wird. «Unsere Ärzte und Psychologen sollen sich möglichst vollständig auf ihre Patienten konzentrieren können», sagt Franziska Gamma und ergänzt lächelnd: «Dadurch erklärt sich neben den zufriedenen Patienten und der straffen Verwaltung auch der dritte Pfeiler, die zufriedenen Mittarbeitenden: Für die Therapeuten ist es sehr attraktiv, bei uns tätig zu sein, da sie wenig Zeit in Büroarbeit investieren müssen und zudem viele Möglichkeiten haben, sich mit Fachkollegen auszutauschen. Dies wirkt sich auch positiv auf die Arbeit mit den Klienten aus.» 

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Franziska Gamma gründete 2009 mit sieben Mitarbeitenden das Zentrum für Psychiatrie Les Toises in Lausanne. Heute zählt es 120 Angestellte. Im September 2016 wurde eine Zweigstelle in Yverdon eröffnet. Weitere Zentren in Sion, Biel und Freiburg sind geplant. Franziska Gamma kann sich auch vorstellen, Niederlassungen in der Deutschschweiz zu eröffnen. «Dass wir an neuen Standorten weiterwachsen können, verdanken wir auch der SVC AG, die uns bei diesen kostspieligen Investitionen unterstützt», erklärt die Direktorin.

Trotz aller Innovation ist Les Toises keine Luxusinstitution für Wohlhabende, sondern steht sowohl allgemein als auch privat Versicherten offen. «Dies setzt Kreativität auf allen Ebenen voraus», sagt Franziska Gamma: «Denn bei uns erhält jeder Patient eine massgeschneiderte Behandlung, bei der wir auch die Rentabilität nie aus den Augen verlieren.»

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