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SMZ Wickel- und Montagetechnik AG

Elektromotoren: Alles dreht sich um die Kupferspule

Von wenigen Gramm bis zu vielen Kilos: Elektromotoren gibt es in verschiedensten Grössen und Einsatzgebieten. In einem einzigen Personenwagen fahren heute schon einmal 200 E-Motoren mit, vom Scheibenwischer bis zur Zentralverriegelung, und immer häufiger auch im Hauptantrieb. Die zentrale Komponente eines jeden E-Motors ist eine Kupferspule, von der Art wie sie individuell, vollautomatisch und millionenfach produziert werden von den Anlagen der SMZ AG in Würenlos.

Elektroautos erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, und sind im Strassenverkehr hierzulande keine Seltenheit mehr. Was für die Mobilität einer Revolution gleichkäme, ist in anderen Bereichen der Normalfall: Ein Motor ist in aller Regel ein Elektromotor. Und im Kern eines jeden davon dreht sich eine Kupferspule, angetrieben von einem Elektromagnetfeld. Ein Wachstumsmarkt, zweifelsohne, denn Elektromotoren gibt es nicht nur in Elektroautos zuhauf, sondern auch in jedem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, wo sie alles Mögliche bewegen – vom Scheibenwischer bis zur Zentralverriegelung.

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Kein Auto ohne Elektromotoren
Die SMZ AG in Würenlos konstruiert Fertigungsanlagen für die Kupferspulen in Elektromotoren, individuell abgestimmt auf jeden hochspezialisierten Anwendungsfall. Die Firma bedient zu 80-90 Prozent Kunden der Automobilindustrie, ist aber auch im Powertool- und im Haushaltsbereich tätig. Motoren im Automobilbereich arbeiten normalerweise mit 24 Volt Betriebsspannung, das erfordert dickeren Kupferdraht als andere Anwendungsbereiche, und damit auch Maschinen, die diesen zu Spulen wickeln können. Dieses Spezialsegment abdecken zu können, ist nebst dem guten Ruf der «Swissness», ein Pluspunkt der SMZ AG im Markt.

Die Endabnehmer in der Automobilindustrie stellen laufend höhere Ansprüche an Preis, Leistung und Qualität der Motoren, und damit ist auch die SMZ gefordert, mit dem Weltmarkt Schritt zu halten. Leistung und Qualität der Spulen sind neben dem Preis die wichtigsten Produktions- und Planungsparameter. Leistung bemisst sich in Kilowatt pro Gramm und Dimension. Die Automobilindustrie fordert ständig mehr Dichte, weniger Gewicht. Mit der Qualität ist vor allem die Langlebigkeit und ein geringer Wartungsaufwand gemeint. Damit wird die Wicklungsart des Kupferdrahts zur Kernfrage im Herstellungsprozess.

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Wenn die Automobilindustrie ihre Forderungen stellt, kann eine KMU wie die SMZ AG schon einmal unter Druck kommen: Die Abwicklung des Auftrags generiert laufende Kosten, die vorfinanziert werden müssen, während die Endzahlung des Kunden womöglich noch über Wochen oder Monate hin aussteht. Wer nicht über die nötigen Finanzpolster verfügt, stösst schnell an seine Grenzen. «Die Partnerschaft mit der SVC AG gibt uns den nötigen Rückhalt, um auch Grossaufträge realisieren zu können,» so Toni Lang, CEO der SMZ AG.

Schweizer Know-how, chinesische Infrastruktur
Seit 2015 gehört die SMZ AG mehrheitlich dem chinesischen Konzern JULI Ltd. «Auch wenn unser Hauptaktionär chinesisch ist, bleibt unser Ziel, hierzulande Arbeitsplätze zu sichern, und wir leisten so auch einen Beitrag zur Erhaltung des High-Tech-Entwicklungsstandorts Schweiz. Die SMZ deckt im Maschinenbau sämtliche Disziplinen ab, und das soll auch so bleiben» bekräftigt CEO Lang. Die Idee sei nicht, zu reduzieren, sondern mithilfe der chinesischen Mutterfirma JULI den Umsatz zu erhöhen.

Wie schafft es das Unternehmen mit rund 70 Mitarbeitenden im Weltmarkt der Automobilzulieferer zu bestehen? Durch Konzentration und Spezialisierung. Manch ein Auftrag zur Produktion einer Fertigungsstrasse begann als reiner Consultingauftrag. Es ist durchaus üblich, dass Kunden eine Produktionslinie bestellen, wenn die Entwicklung ihres Produktes noch gar nicht abgeschlossen ist. CEO Toni Lang erklärt: «Meistens kommen unsere Kunden mit einem neuen Produkt, und wir bauen die Maschine dafür. Wir entwickeln nicht den Motor selbst, sondern helfen mit, dass seine Herstellung automatisiert werden kann. Meistens läuft es im Sinne des Simultaneous Engineering: wir entwickeln die Spule, und Parallel dazu die Automation.»

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Schweizer Qualitätskomponenten für einen Wachstumsmarkt
2016 begann die SMZ Montagestunden sukzessive nach China auszulagern; in Würenlos spezialisiert sich die SMZ auf die Endmontage der Komponenten, auf die Veredelung der Anlagen. 2017 lag der Anteil der Schweizer Endmontage schon bei 50 Prozent. «Das Ziel für 2018 liegt bei 70 Prozent», so CEO Toni Lang, «damit wir den Umsatz steigern und unsere Leute hier auch langfristig auslasten können. Letztlich sind es diese Schweizer Qualitätskomponenten, die unsere Kunden honorieren: Wir bringen unser Know-how ein, individualisieren die Maschinen und nehmen die Anlagen in Gegenwart der Kunden in Betrieb.»

Erste Grossprojekte für Elektroantriebe in China hat das Würenloser KMU bereits hereingeholt, jetzt lockt vor allem der europäische Markt. «Elektroautos sind auf dem Vormarsch, und die Gesetzgebung entwickelt sich auch in unsere Richtung», sagt CEO Toni Lang. Die Forderung nach mehr Energieeffizienz, nach Verkleinerung und Gewichtseinsparung beim Autobau dürfte die Nachfrage Neuentwicklungen bei den Motoren positiv beeinflussen. Dazu kommt die Tendenz, eine wachsende Anzahl verschiedenster Elektromotoren pro Fahrzeug einzubauen, zum Beispiel zur Einstellung von Sitzhöhe und Sitzwinkel. «Fahrzeuge, die sich künftig per Fingerabdruck individuell dem Fahrer anpassen werden zum Livestyle-Anspruch», meint Toni Lang.


Die Aussichten für 2018 sind vielversprechend: Die SMZ arbeitet gegenwärtig am Abschluss des grössten Rahmenvertrags ihrer Firmengeschichte. Es geht um ein Projekt im Bereich Powersteering, also Servolenkung, und die Zusammenarbeit mit einem marktführenden Motorenhersteller, der 2-3 Millionen Motoren pro Tag produziert. Die SMZ hat bereits langjährige Erfahrungen in diesem Bereich und einige Consultingaufträge mit dem Kunden abgewickelt. Ihre Chancen für den Grossauftrag sind ausgezeichnet, und – dank Partnerschaft mit der SVC AG – steht auch Aufträgen dieser Grössenordnung nichts mehr im Weg.

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